FRANKFURTER GEFÄNGNISSE II

Von der Hauptwache aus gesehen stand der Katharinenturm rechts hinter der Katharinenkirche. Er war einer der vielen kleinen Gefängnisse im  Frankfurt dieser Zeit. 1772 war dort Susanna Magdalena Brandt bis zu ihrer Enthauptung auf dem Platz zwischen Hauptwache und Katharinenkirche inhaftiert. 

https://www.lagis-hessen.de/pnd/118673270

Kindsmörderin an der Hauptwache enthauptet - 1772
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Auch mal ein Gefängnis
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Der Brickegickel war immer dabei.
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Im neuen Historischen Museum liegt er mit Schusswunden; aber der nächste überschaut wieder alles
G_F-FNP-Frankfurt historischWarum die Fr[...]
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Kältefrei - Flüchtlinge - TVG baut auf....
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Von wegen "Die Trümmerfrauen haben Deutschland aufgebaut" klingt ja gut, ist aber ein Fake- das hätten sie nie geschafft. Am Anfang waren auch in der Frankfurter Altstadt einige dabei - beim Trümmerbeseitigen. Die Männer waren tot oder in Kriegsgefangenschaft; da haben viele mit angepackt. Auch der OB hätte es nie geschafft - im schwarzen Anzug mit Presslufthammer. In der französischen und amerikansichen Besatzungszone war es sogar verboten, Frauen zur Trümmerbeseitigung einzusetzen. In Frankfurt war es bis 1964 die TVG (Trümmerverwertungsgesellschaft), die aus Trümmern und Beton Bausteine und Häuser gemacht hat. Das war der Verdienst von OB Kolb.

 

Spiegelheft-Geschichte DIE NACHKRIEGSZEIT 1/2018 :

 Meine Zeit als 6 - 10 Jähriger.

 

Hunger hatten wir keinen. Es gab so einige Aktionen, an die mich in diesem Winter 1946/1947  davor und danach erinnere:

FRINGSEN: Mit meinem Vater, der schon aus der Kriegsgefangenenschaft zurückgekehrt war, auch den Persilschein hatte und Arbeit in den Farbwerken, zogen wir mit einem Leiterwagen an die Zweitbahn gegenüber vom Alemanniaplatz. Dahinter lag das RAW = Reichsbahnausbesserungswerk, wo mein Onkel  Gustav und Opa Boxleitner arbeiteten. Merkwürdigerweise hielten da oft Kohlenzüge. Die hatten ja im RAW nichts zu suchen, dennoch waren die Signale öfter auf HALT gestellt. Oder doch? Das waren doch Dampfloks, die dort repariert wurden - und die brauchten Kohle. Auf jeden Fall standen sie sehr lange auf den Gleisen der Taunusbahn. Zum Fringsen war viel Zeit...

Mein Vater war dann doch nicht so flink. Die Jungen waren schon hoch geklettert und warfen die Kohlen runter. Ich glaube ein paar Köhlchen blieben für uns übrig.

Gegenüber hat dann de Onkel Gustav Karriere gemacht, als Torhüter von Alemannia Nied. Und wie er die armen Spieler angeschrieen hat, wenn die nicht so spielten, wie er wollte. Für ihn habe ich in der Zeit davor"Kippe gestoche": ein Stecken mit einer Nagelspiesse unten; du pickst die Kippen auf, und der Onkel freut sich über die Tabakreste, da war de Babba noch nicht zurück aus der Gefangenschaft.

Bucheckern suchen im Taunus bei Lorsbach. Das habe ich mit meinem Vater gemacht. Ich sehe uns noch vor mir, wie wir in den lichten Wälder mit scharfem Blick auf den Boden viele dieser Ölquellen fanden. Ich hatte allerding nur ein kleines Säckchen.

Schnapsbrennen. Der Johann, mein Vater war Laborant in den Farbwerken Höchst. Da hatte er natürlich Zugriff auf viele Glasgeräte. In unserer Küche stand die Destillerie.

Schrotteln. Mit seinem alten Dixi-Fahrrad fuhr er in dieWetterau nach Rendel. Schnaps und das neu erfundene Waschmittel Hostapon waren die Tauschangebote für Kartoffeln, Eier und Gemüse. Ein paar mal dort gewesen, hatte man damals auch seine Bauern, die nicht nur Teppiche und Klaviere eintauschten. Einmal hatte er einen Zentner Kartoffeln auf dem Gepäckträger. Das waren Kerle und Fahrräder. Ich habe es noch jahrelange gefahren.  

Morgen mehr über die Tanten aus Amerika

Bei der Frankfurter Rundschau habe ich  einen Beitrag von mir entdeckt - und einen aus der Eisenbahnersiedlung.

 

März 1945 - Als die Amis kamen

2x Chocolate von de Amis in Frankfurt- Nied

aus einem Link der Frankfurter Rundschau

 

Der Parteigenosse war schon abgehauen

Sie kamen auf beiden Seiten der Sauerstraße von der Mainzer Landstraße her, eng an den Hauswänden entlang, die Gewehre in beiden Händen: die Amerikaner. Ich sehe sie langsam näher kommen. Mich fast 6-Jährigen hatten sie wohl auf die Straße gestellt, damit die Befreier keine Gefahr befürchten sollten. Rechtzeitig gingen wir ins Haus, der Willi, die Frauen und ich. Der Parteigenosse war schon ein paar Tage vorher abgehauen. Angst hatten wir schon, als die GIs im Haus hochstiegen in den zweiten Stock. Der Offizier der Gruppe sah meine Mutter, die schwanger war, und mich daneben, er lächelte: „Okay.“ Dann waren sie weg und wir ganz schön erleichtert. Sie durchkämmten jedes Haus. – Es folgten die Sperrstunden. Da hingen ab 18 Uhr fast alle in der Sauerstraße an den Fenstern. Ich stand hinter dem Haustor, als ein Jeep mit US-Soldaten neben dem Bürgersteig vorfuhr. Der Schwarze auf dem Beifahrersitz bot mir "Chocolate" an. Er war der erste Schwarze, den ich sah. Ich traute mich nicht auf die Straße, auch wegen der Sperrstunde. „Ei, Gerti, sei doch net so blöd, geh doch hin …“, schallte es aus den Fenstern. - Ich ging hin.

Gert Linz, Rodgau

 

Amerikaner verschenkten Schokoladentafeln

Als die Amerikaner 1945 in Frankfurt-Nied in die „Eisenbahner-Siedlung“ einmarschierten, stand meine Mutter mit mir (Jahrgang 1942) auf dem Arm mit vielen Nachbarn auf der Straße „Grüne Winkel“. Die Amerikaner verschenkten Schokoladentafeln an die Kinder, auch an mich, wie meine Mutter es immer wieder in späteren Jahren erzählte. Meine Mutter ging jedoch der deutschen Propaganda auf den Leim, die Schokolade und andere Süßigkeiten seien vergiftet. Sie nahm mir die Tafel aus der Hand und warf sie in den nächsten Straßengully. Ich soll gebrüllt haben und war lange nicht zu beruhigen. Später hatte ich dann Schokolade satt, denn meine Mutter war als Küchenhilfe bei den Amerikanern in den besetzten Farbwerken in Höchst beschäftigt.

Gerd Pfenninger

 

 

21. Februar 2018

gertlinz@web.de

 

 

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Meine Beiträge auf dieser Seite werden nach einiger Zeit in MOMENTE oder ARTISCHOCKE oder EUROPA oder GESCHICHTE verschoben.

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SPRUCH

Obsta principiis!

Wehre den Anfängen!

Ovid, Remedia amoris 91, dort: Principiis obsta, sero medicina paratur

 

 

GESCHICHTE

1848 - An dieser Jahreszahl habe ich mich festgebissen: Deutsche Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt. Wie es dazu kam? Was kam heraus? Und warum brauchte es 70 Jahre bis zur erfolgreichen Umsetzung der wichtigsten Ergebnisse? - 26.1.18

Ausführliche Informationen:

http://www.bpb.de/izpb/9840/revolution-von-1848 

und mehr aus Frankfurter Sicht

www.stadtgeschichte-ffm.de/download.php?itemID=21

 

 

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Es ist schön, dass Du mich hier besuchst. Es gibt so Vieles, an das wir uns erinnern. Was uns heute nervt und ärgert und was wir tun könnten: Jeder Tag zeigt es eigentlich, er bringt aufregend Neues zum Ver-rücken und Zurecht-rücken -  und das seit 

SIEBEN JAHRZEHNTEN, ACHT JAHREN  UND SIEBEN MONATEN.

 

Da gibt es Lieder, die mir gefallen, in denen ich mich irgendwie wiederfinde:

 

Alt, wie ein Baum 

 https://www.youtube.com/watch?v=5Sriuus7guQ 

www.youtube.com/watch?v=9uh_UtVg7hE 

 

Nun kommt dieser Eurovisionssong  vom letzten Jahrhundert dazu:

www.youtube.com/watch?v=0b5whZydVZc 

jedes Mal abgespielt zum Schluss auf den Pulse of Europe Demonstrationen

Wenn die Links nicht funktionieren, einfach in die Navigationsleiste kopieren!

 

Linz erinnert sich.

Es erinnern sich mit

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Mein Spruch

Nur das

fortwährende Verrücken

des Zurechtgerückten und

das stetige Zurechtrücken

des Verrückten

ändert die Welt -

ein bisschen, vielleicht.

 

aus Und sie fliegen über die Berge weit durch die Welt - Aufsätze von Volksschülern, Ludwig Harig, S.13f, ReiheHanser 100, 1972

 

MEINE ORTE

 

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