Mutter-Kind-Heim bei der Frauenhaftanstalt ( JVA Fankfurt am Main III) - Der "Fremdkörper" im Strafvollzug
 Mutter-Kind-Heim bei der Frauenhaftanstalt ( JVA Fankfurt am Main III) - Der "Fremdkörper" im Strafvollzug

Der programmierte Mensch

Ein Jugendgottesdienst in der Krypta                             

S=Sprecher, P=Priester
  • Begrüßung

  • Ein Mitglied der Musikgruppe berichtet, dass er gestern die "programmierende" Bundeswehr hinter sich gelassen hat.

  • Lied: Universal Soldier
  • S1: Programmierung ist die Eingabe von verschlüsselten Anweisungen in einen Rechenautomaten.
  • S2: Nervös tänzelte der sechsjährige Schimpanse Paddy im Gehege auf und ab. Mit Drohgebärden vertriebe er seine drei Käfiggenossen aus ihren Revieren. Dreißig Minuten später jedoch wagten sich die Unterdrückten wieder in die Nähe des Tyrannen: Denn nun kauerte er lammfromm am Boden und schnitt Grimassen. - Die Verwandlung des rauflustigen Einzelgängers in ein friedfertiges Mitglied der Schimpansensippe gelang dem amerikanischen Wissenschaftler Dr. José Delgado in New Haven im Verlauf eines makaber anmutenden Experiments. Erstmals beeinflusste der Forscher, der in der Vergangenheit schon mehrfach das Verhalten von Versuchstieren durch Stromstöße ins Gehirn gesteuert hatte, einen Affen maschinell - mit Hilfe eines Computers. - Der Spiegel 28.9.1970

  • S1: Programmierung ist die Eingabe von verschlüsselten Anweisungen in einen Rechenautomaten.

  • S3: Unter Ausnutzung der neuesten Erkenntnisse der Wissenschaften vom menschlischen Verhalten versuchen die Werbeagenturen den Warenkonsum zu erhöhen. Der Käufer merkt meist nicht, dass er auf kunstvoll angelegte Verführungskünste hereinfällt. Er kauft oft mehr, als er braucht, er kauft nicht nach Qualität, sondern nach Aussehen und Verpackung. Er kauft, was er kaufen soll.

  • S1: Programmierung ist die Eingabe von verschlüsselten Anweisungen in einen Rechenautomaten.

  • S4: Der Arbeiter, der an einem Fließband der Automobilindustrie steht, ist nicht mehr frei. Jede Handbewegung ist genau festgelegt, geplant und auf die Sekunde gestoppt. Nach diesen Handbewegungen läuft das Band. Wenn er in der vorgegebenen Zeit seinen Arbeitsgang nicht erledigt, muß er dem halbfertigen Produkt nachlaufen. Am Ende der Schicht ist er abgestumpft, müde, ohne geistige Interessen. Nur wenige Fließbandarbeiter finden die Kraft für eine sinnvolle Freizeitgestaltung.

  • S1: Programmierung ist die Eingabe von verschlüsselten Anweisungen in einen Rechenautomaten.

  • S2: Noch vorhanden ist die Programmierung des Christen: Das tut man, das tut man nicht. Feste Regeln, starre Gesetze, Kirchengebote, Traditionen, Ehrenbezeigungen bestanden und bestehen heute noch. Der gehorsame Christ war der gute Christ.

  • S1: Programmierung ist die Eingabe von verschlüsselten Anweisungen in einen Rechenautomaten.

  • P: Herr, oft wird uns Angst, wenn wir an die vielen Einflüsse fremder Menschen denken, die auf uns einwirken und uns unsere Freiheit nehmen. Unbekannt ist uns oft, wie sehr wir abhängig sind von fremden Interessen. Vieles tun wir, was wir nicht tun wollen. So rufen wir: HERR, ERBARME DICH....

  • P: Die technisierte Welt regelt unsere Tage mit festen Programmen. Anmeldungen, Abmaeldungen, Versicherungen, Regeln, Ordnungen,Bescheinigungen, Zeugnisse, Ausbildungsgänge, Lehrgänge, und Arbeitszeiten ersticken sehr oft unsere eigene Initiative und Phantasie. So rufen wir zu dir:                                             CHRISTUS, ERBARME DICH...

  • P: Viele Menschen, die das nicht sehen, sind in der Gefahr, Automaten zu werden, denen man Anweisungen eingibt, die andere erfunden haben. Kaum sind wir frei geworden von ungerechten Machtverhältnissen bedroht uns unsere eigene Erfindung, die Technik. So rufen wir zu dir:                                                                       HERR, ERBARME DICH...

  • Lied: Alice's Restaurant

  • S2: Menschen wehren sich gegen Programmierungen.

  • S3: Hippies fliehen aus der erbarmungslosen, nur auf Geld und Gewinn bedachten Leistungsgesellschaft, die jeden, der nicht mitmacht, links liegen läßt. Sie lieben Blumen statt Maschinen. Sorglosigkeit, Unbekümmertheit, Freiheit, Liebe sind ihre Ideale.

  • S2: Menschen fliehen vor Programmierungen.

  • S4: Die Tugend der Phantasie wird heute all mählich zum Ideal. Kinder schon sollen schöpferisch tätig werden können. In der neuen Freizeitwelt soll der Mensch all seine Fähigkeiten entwickeln können, die in seinem Beruf brachliegen. Die Freizeit wird immer umfangreicher. Ziel der modernen Erziehung ist der selbsttätige, schöpferische, phantasievolle und so freie Mensch.

  • S2: Solche Menschen erliegen nicht Programmierungen.

  • S1: Die einen versuchen's mit Protest, andere mit Drogen. Wieder andere mit immer größerer Arbeitswut.

  • S2 Menschen wehren sich gegen Programmierungen.

  • P: Hören Sie bitte das Evangelium dieses Sonntages aus dem Bericht des Markus.:
    • Gerade als Jesus weiterwandern wollte, kam ein Mann zu ihm gelaufen, kniete vor ihm hin und fragte: Guter Lehrer, was muß ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?
    • Warum nennst du mich gut? fragte Jesus, nur Gott ist gut. Du kennst die Gebote: Du sollst nicht morden, nicht ehebrechen, nicht lügen, du sollst deinenVater und deine Mutter ehren!
    • Diese Gebote habe ich alle von Jugend an alle eingehalten, sagte der Mann
    • Jesus sah ihm in die Augen und faßte Zuneigung zu ihm. Dann mußt du nur eines tun, sagte er, verkaufe deinen ganzen Besitz und gib das Geld den Armen. Dann hast du ein Guthaben bei Gott. Und dann komm mit mir.
    • Als der Mann das hörte, ging er traurig weg, denn er war sehr reich.
    • Da drehte sich Jesus zu seinen Jüngern um und sagte:  Wie schwer haben es Leute mit Besitz, in Gottes Reich zu kommen
    • Über diese Feststellung waren sie entsetzt, aber Jesus sagte noch einmal: Freunde, wie schwer ist es, in Reich Gottes zu kommen. Und für einen reichen Mann ist es besonders schwer.  Eher kann sich ein Kamel durch ein Nadelöhr zwängen.
    • Da gerieten die Jünger völlig außer sich. Wer kann da gerettet werden! sagten sie
    • Jesus sah sie an und sagte: Das kann auch kein Mensch von sich aus, aber Gott kann es.

DEUTUNG

FÜRBITTEN

  • S1: In Wissenschaft und Technik verfügt der Mensch über gewaltige Kräfte. So wächst unter den Händen der Menschen von heute eine neue Welt heran. Immer schneller wächst diese neue Welt. Immer schneller wachsen Motoren und Maschinen. Macht wird unheimlich in den Händen von wenigen Menschen.
  • S2: Doch Macht allein, Gott, garantiert keine bewohnbare Welt; das tut nur die Liebe, die Liebe unter Menschen, die frei sind und sich gegenseitig achten.
  • S3: Darum bitten wir dic: Stärke uns durch dieses Brot und diesen Wein, stärke uns durch dieses Mahl, bei dem dein Sohn damals den Aposteln das neue Leben sichtbar machte.
  • S4: Stärke uns in dem Versuch, uns selbst zu erneuern und loszulassen, was uns einengt und bequehm macht.
  • P: Schenke uns den Geist deines Sohnes

GABENBEREITUNG

Hochgebet frei formuliert

WANDLUNG

VATER UNSER

 

NACH DER KOMMUNION

 

  • S1: Hiob, eine starke Persönlichkeit des Alten Testamentes, war reich, verlor seinen Besitz, seine Familie, wurde krank und verfluchte den Tag, an dem er geboren wurde.
  • S2: Herr, ich bin nicht Hiob. Ich bin winzig wie ein Zahnrad, das nicht einmal die Wahl hat, ob es sich im Kreise dreht, ob es läuft und stille steht. Das ertrage ich nicht, weil das Menschsein so zerbricht in mir.
  • S3: Herr ich bin nicht Hiob, ich bin sozusagen Durchschnitt.
  • S4: Herr, ich bin nicht Hiob. Dazu fehlt mir das Format. Ich bin kleinkariert - und DIN A 4 genormt - sozusagen Konfektion, Massenware von der Stange, Ramschartikel zu herabgesetzten Preisen....
  • S2: Ich bin degradiert zum Funktionieren, bein gefesselt an das Fließband, eingepfercht in Autoschlangen, die sich meterweise vorwärtsschieben.
  • S3: Und am Abend vor dem Bildschirm - füttern mich - mit Fertigspeise - vorgekaut - und serienweise, Sex und Krimis.
  • S4: Aber irgendwo bin ich noch Mensch.
  • S2: Aber irgendwo bin ich noch Mensch.
  • S3: Aber irgendwo bin ich noch Mensch.

Nach: Aktion Gottesdienst

Lied: Sinner Man

 

SCHLUSSWORTE

SEGEN

DISKUSSION

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© Gert Linz