Geschichte

GESCHICHTE hat mich schon immer interessiert. Besonders gefördert wurde dieses Interesse, nachdem ich in den Gefängnissen tätig geworden war. Wie ist das mit dem EINGESPERRTSEIN?. Was sind das für TÄTER? Wie VERWAHRT man sie? Wie BESTRAFT man sie? Und wie hat sich der SRAFVOLLZUG von den brutalen KÖRPERSTRAFEN des Mittelalters bis ins 18. Jahrhundert zu den Freiheitsstrafen entwickelt? Welche Rolle spielte die Hilfe für Straffällige dabei? Diese Fragen will ich hier vorwiegend im Blick auf Hessen zu beantworten versuchen. - Die Hexenverfolgungen, das unbekannte Wirken des Frankfurter Gefängnisvereins im zeitgenössischen Kontext und meine eigene Geschichte werden beschrieben.

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21.2.2018

FRANKFURTER GEFÄNGNISSE I

In den nächsten Tagen werde ich meine Sammlungen mal aufbereiten und hier präsentieren. Die Haupt- und Konstablerwache, unter denen heute  viele Tausende durchfahren, beginnen den Reigen. Die Gebäude waren zeitweise Polizeigefängnisse. Die "Konsti"  gibt es allerdings seit 1888  nicht mehr. Dahinter heute die Frankfurter Sparkasse, rechts die Zeil. Trotzdem heißt der Platz und Verkehrskontenpunkt noch so. Die Hauptwache hatte man beim U-Bahn und S-Bahn Bau mal ein paar Jahre irgendwo zwischen gelagert. Heute gibt es da keine Straßenbahnen mehr.

An die Hinrichtung des "Gretchens"(Faust) zwischen Hauptwache und Katharinenkirche denkt heute keiner mehr. Ihre letzten Stunden verbrachte sie im Katherinenturm, den es nicht mehr gibt. Da haben sich die reformierten und lutherischen Seelsorger um sie gerissen. Jeder wollte der letzte sein. - Juristen haben vor Jahren den Prozess um die Kindsmörderin Susanna Margareta Brand nachgespielt. 

20.2.2018

DIE ALTE BRÜCKE in Frankfurt war schon immer ein bedeutender Übergang über den Main. 1401 war sie sicher schon da. Als Karl der Große auf der Flucht über den Main wollte, war sie offenbar der Legende nach noch nicht da: er stapfte er mußte durch den Main, durch eine Furt, die FRANKenFURT. Sie hat vieles erlebt und überstanden. Das Sprengkommando der Wehrmacht hat ihr auf Befehl der vor den Amerikanern fliehenden Nazi-Clique den Rest gegeben. Da mußte auch der

BRICKE GICKEL dran glauben, der  in immer neuen Ausgaben seit 1401 in der Mitte der Brücke stand und Furchtbares  erlebt hat. Immer saß er über dem Gekreuzigten. Wenn er nach Norden blickte, sah er jahrzehntelang am Frankfurter Brückenturm die Leichen des Fettmilchaufstandes hängen - und von 1366 bis 1613 mußte er immer wiede zusehen, wie man Verurteilte und Selbstmörder in den Main schob. Er konnte zusehen, ob die Toten Frankfurter Stadtgebiet verließen. Das war dann für die Stadt erledigt. Wenn nicht, wurden sie auf dem Gutleuthof begraben.

 

10.2.2018 - Und dann diese unsäglichen Bismark-Denkmäler. An einem mußte ich immer wieder auf dem Schulweg zur Leibnizschule in Frankfurt-Höchst vorbei gehen: in Frankfurt-Höchst, 1899 von Fans gestiftet. Auf dem Schulweg habe ich mir nichts dabei gedacht. -  Bismarck (von 1862 - 1890 an der Macht) wirkte mit bei der Okkupation Frankfurts und des Herzogtums Nassau durch Preußen 1866. Beide wurden später zum Regierungsbezirk Wiesbaden. Die Frankfurter gewöhnten sich kaum daran: so viele Jahrhunderte Freie Reichsstadt und jetzt diese SchandeCarl Constantin Victor Fellner, der  regierende Bürgermeister der freien Stadt Frankfurt erhängte sich am 24.Juli 1866, nachdem die preußischen Truppen am 16. Juli unter General Vogel von Falckenstein Frankfurt besetzt hatten und eine Kriegskontribution (weil Frankfurt im letzten Krieg für Österreich war)von 5 747 608 Gulden in Silber verlangten. Und später ein anderer preußischer General die Vermögensverhältnisse Frankfurter Bürger. Das Geld wurde bezahlt und in acht Eisenbahnwaggons nach Berlin gebracht Bismarck hatte eine Mitveranwortung am Krieg 70/71 gegen Frankreich (Emser Depesche), ließ den König von Preußen in Versailles zum deutschen Kaiser ausrufen (was für ein Affront!), saß im Hotel Schwann 1871 beim Frankfurter Frieden als Vertreter Deutschlands, ließ u.a. die Sozialistengesetze und das Verbot des Jesuitenordens beschließen - und versuchte 1884/85 auf einer internationalen Konferenz in Berlin die Welt in Interessenzonen einzuteilen: Deutschland wurde zur Kolonialmacht, na wunderbar! Einziger Pluspunkt: Um der SPD das Wasser abzugraben, schuf er das Sozialgesetzbuch... 1890 wurde es sogar Wilhelm II. zuviel; er entlies den Eisernen Kanzler.

1914 - Frankfurter Jahre - Und was davor geschah. Wie es dazu kam. Der Gefängnisverein betreibt Kriegshilfe und unterstützt so auch die Angehörigen. Die Gefängnisse sind leer.

Da steht er mit seinen Druckern in Frankfurt auf dem Goetheplatz/Rossmarkt. In der Hand haben er und ein Mitarbeiter ein kleines Stückchen - keine Zigarettenschachteln, nein, ein beweglicher Buchstabe. Wie bewegliche Buchstaben die Welt verändert haben! Martin Luther hat gleich davon profitiert. Aber auch die Kritiker der Hexenverfolgungen wie der Jesuit Friedrich von Spee. Vom MAIN TOWER sendet der Hessische Rundfunk. Fahr mal rauf; siehst du die 3 1/2 Pünktchen oben auf der Aussichtsplattform? Wie hoch der ist! Bei schönen Wetter ein fantastischer Rundblick!

www.maintower.de/besucherplattform-mehr/oeffnungszeiten

https://de.wikipedia.org/wiki/Gutenberg-Denkmal_(Frankfurt_am_Main)   

aus WIKIPEDIA

Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg (* um 1400 in Mainz; † 3. Februar 1468 ebenda), gilt als Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern (Mobilletterndruck) und der Druckerpresse.

Die Verwendung von beweglichen Lettern ab 1450 revolutionierte die herkömmliche Methode der Buchproduktion (das Abschreiben von Hand) und löste in Europa eine Medienrevolution aus. Gutenbergs Buchdruck breitete sich schnell in Europa und später in der ganzen Welt aus (siehe Ausbreitung des Buchdrucks) und wird als ein Schlüsselelement der Renaissance betrachtet. Insbesondere sein Hauptwerk, die Gutenberg-Bibel, zwischen 1452 und 1454 entstanden, wird allgemein für ihre hohe ästhetische und technische Qualität gerühmt.

Zu Gutenbergs zahlreichen Beiträgen zur Buchdruckerkunst gehören neben der Verwendung von beweglichen Lettern und eines Handgießinstruments auch die Entwicklung einer besonders praktikablen Legierung aus ZinnBlei und Antimon[1] und einer ölhaltigen schwarzen Druckfarbe. Zudem entwickelte er die Druckerpresse. Das besondere Verdienst Gutenbergs liegt darin, alle Komponenten zu einem effizienten Produktionsprozess zusammengeführt zu haben, der erstmals die manufakturmäßige Herstellung von Büchern mit identischem Text ermöglichte. 1997 wurde Gutenbergs Buchdruck vom US-Magazin Time-Life zur bedeutendsten Erfindung des zweiten Jahrtausends gewählt, und 1999 kürte das amerikanische A&E Network den Mainzer zum „Mann des Jahrtausends“.[2]

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Seit Jahren suche ich die Spuren der Hexenverfolgungen in den Orten, die einmal  Hessen hießen oder noch heißen: mit dem Fahrrad im Internet, Büchern und in alten Büchern aus archiv.org. und https://books.google.de/bkshp?hl=de&tab=wp. Unglaublich, was man da alles finden kann. Es sind Bücher, deren Urheberrecht abgelaufen ist. -  Heute habe ich Oberlahnstein dazu gepackt. Von Niederlahnstein habe ich keine Daten, war ja auch Trier. Bernhard Geil, der Stadtarchivar hat mir schon vor  Jahren Informationen geschickt. - Die Datei wird ständig bearbeitet und erweitert. Ist noch lange nicht fertig....

HEXENVERFOLGUNG_IN-HESSEN.pdf
PDF-Dokument [6.5 MB]

GEFUNDEN

Als Europa-Fan interessiert mich zurzeit, wie es zur "Erbfeindschaft" mit Frankreich und zum 1. Weltkrieg kommen konnte. www.faz.net bietet schreckliche Bilder und täglich neue Ausgaben der Frankfurter Zeitung von 1917, dem Anfang vom Kriegsende.

http://www.faz.net/aktuell/politik/der-erste-weltkrieg/erster-weltkrieg-als-die-welt-unterging-13034411.html  - Mein Opa war dabei. Ist aus der Gefangenschaft in Sibirien zurück nach Frankfurt-Nied geflohen. Hat nie darüber geredet! 

 

Gestern in der FR über Nikolaus II., den letzten Zaren gelesen, ähnlich schwach wie sein Cousin Wilhelm II. Mein Verdacht verfestigt sich: Beide verwandten Schwachköpfe haben einen wesentlichen Anteil am Beginn des 1. Weltkrieges. Paul Arzheimer hat mir das Buch DIE SCHLAFWANDLER empfohlen, bekomme ich morgen. Es ist der gleiche Autor, der heute Abend um 19:30 im ZDF die Doku Wer wir sind, woher wir kommen gemacht hat.

GEFAENGNISGESCHICHTE_Buch-2014.pdf
PDF-Dokument [13.7 MB]

HESSEN das sind hier alle Gebiete, die heute und früher einmal  Hessen im Namen führten. Dann gehören auch Rheinhessen (und Kurmainz) und Aschaffenburg (unter Dalberg mit Frankfurt ein Herrschaftsgebiet zu Napoleonszeiten) dazu..

So wird die Geschichte der Gefängnisse zur Geschichte der Straffälligenhilfe und zur Geschichte der Gefängnisvereine. An einem abscheulichen Geschehen kann man dabei nicht vorbei sehen. Die Hexenverfolgungen des 16. und 17. Jahrhunderts haben auch in Hessen Spuren hinterlassen. Mit dem Fahrrad habe ich die Hexentürme in meiner Umgebung gesucht und fotografiert, alte Bücher und Internetseiten gefunden, die den Wahn beschreiben. Am Geschrey des Pöbels kommt man bei all diesen Recherchen nicht vorbei. Und auch die Bettler werden in der Geschichte des Gefängnisses ihren Platz bekommen. 

 

Braunfels im Aufgang zum Schloß: Die BESE HERBERG
Belagerung von Höchst am Main 1622. Nied brennt

Noch mal ein Blick zurück ins Jahr 1622, als die Schlacht bei Höchst schlimmste Verheerungen über die Gegend brachte. Nied brennt, Truppen umschwärmen die westliche Stadtmauer von Höchst, überqueren auf einer selbst gebauten Brücke den Main. Links hinter Höchst lauert die Armee Tillys. Wo links vorne der Wehrturm steht, baute man 400 Jahre später das Leibniz-Gymnasium. Heute steht dort auch das Hallenbad. - Da bin ich geboren und aufgewachsen.

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© Gert Linz