Kindheit und Jugend in Frankfurt-Nied

Knapp 6 Jahre Krieg waren die ersten negativen Erfahrungen.

Zwei Monate nach meiner Geburt wurde um 5:45  am 1. September 1939 zurück-geschossen. 6 Monate danach fielen die ersten Sprengbomben über Frankfurt, eine schräg  unten in  den Keller der Sauerstraße 29 in Frankfurt-Nied unter meinem Kinderzimmer. Im 2. Stock schlief ich.

 

Im Februar 1940 erhielten alle Hausbesitzer die Auflage, ihre Luftschutzkeller fertig zu stellen und - besonders in der Altstadt - Durchbrüche zu den Kellern der Nachbarhäuser herzustellen. Darüber hinaus wurden im ganzen Stadtgebiet Löschwasserbecken angelegt. In der Nacht zum 4. Juni 1940 nahmen 24 britische Bomber die Öltanks im Osthafen ins Visier, aber nur zwei Maschinen warfen ihre Ladung über dem Stadtgebiet ab. Dabei kamen am Rebstock und in Nied elf Menschen ums Leben. Am Abend des 7. Juni erschienen fünf französische Maschinen über den westlichen Stadtteilen. Eine warf vier Sprengbomben zu 400 Pfund und zehn Brandbomben über Höchst ab. Drei Häuser wurden zerstört, drei junge Familien getötet. Die Einschlagstellen lockten viele Schaulustige an. Parteifunktionäre standen in voller Uniform daneben, einen Finger rührten sie nicht. 

 

 

Tobias Picard - Frankfurt am Main im Luftkrieg - www.frankfurt1933-1945.de 

Und dann sitze  ich - ziemlich voll gesaugt im Sommer 1940 auf der Badewiese an der Nidda:  sehr heil  und voll zufrieden und kritisch. Und das bin ich heute noch. 

Die Schultüte sieht gut aus; hatte nur einen Nachteil: es war nichts drin. Daneben mein Bruder Hans-Peter und ich.
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© Gert Linz