Rodgau - jetzt meine Stadt vorne die Gleise der S1 hinten die Mühlstraße in Rodgau-Jügesheim
                                Rodgau - jetzt meine Stadtvorne die Gleise der S1 hinten die Mühlstraße in Rodgau-Jügesheim                                                                                                                                                                                                                      

WIR ALTARDIENERINNEN

Richtig super! Ob in den Familiengottesdiensten, Partnerschaftstreffen, Kindermetten, in der Osternacht, - und was wir Altardiener sonst noch alles durchgezogen haben - aber einen dürfen wir nie vergessen... den lieben Küster Josef Hoyer. Ich habe noch ein paar Tonaufnahmen, diie er in der Sakristei mitgeschnitten hat.

Welches Jahr es war, weiß ich nicht mehr... 1982, 1981...?  War es bei einem Pfarrfest? Wieder waren die MessdienerInnen aktiv...kurze Instruktion in der Sakristei und dann lief die Aktion. -

 

Auch immer mal wieder auf AltesNeu schauen.

Im Städel in Frankfurt war kürzlich (Sommer 2016) der ALTENBERGER ALTAR ausgestellt. Es ging ja damals das Gerüchte der Fürst hätte ihn gestohlen. Das Museum hatte die Einzelplastiken des Flügelaltares von überall her für die Ausstellung geholt- auch aus dem Schloß in Braunfels. Das schönste dabei: diese Madonna. Ich habe noch nie eine Madonna gesehen, die so fein lächelt - und wie die Mutter lächelt auch das Kind.

9 Jahre Braunfels

Das war ein Winter in Braunfels. Da konnte man sich schon ein Bein brechen: da oben im Wald halb rechts vom Kirchturm.
In der Festschrift zum 50jährigen Bestehen der neuen St.Anna-Kirche erinnert sich Angelika Vogel.
Linz_AngelikaVogel-Braunfels-2009.pdf
PDF-Dokument [2.0 MB]

Es war alles so optimal: 2 Jahre war ich von 1965 bis 1967 Kaplan in Braunfels gewesen - mit Josef Lücker einem ausserordentlich rührigen und aufgeschlossenen Pfarrer - in einer Pfarrei also die natürlich durch ihn auch sehr rege war. 1975 drängte mich dann Bischof Wilhelm persönlich - und der Pfarrgemeinderat von St. Anna wollte es wohl auch, dort Pfarrer zu werden, weil Josef Lücker in den Ruhestand ging. Das konnte er auch ruhigen Gewissens. In Bonbaden sagten sie: "Der Pfarrer Lücker hat uns so geholfen, dass wir unsere Häuser bauen konnten, jetzt bauen wir ihm eins." Das hatten sie getan - nahe unterhalb der Kirche St. Georg zog Josef mit Mathilde, seiner auch so aktiven Haushälterin ein

Ungern ging ich von Nievern weg, als ich aber dann wieder in Braunfels war und ins Pfarrhaus einzog, kam es mir so vor, als wäre ich die 9 Jahre gar nicht weg gewesen: die Jugendlichen von damals hatten nun selbst schon Familien gegründet, die jungen Familien saßen im Pfarrgemeinderat; der Kirchenchor war unter neuer Leitung und in den Ortsbeiräten in Burgsolms und Bonbaden waren alle alte Bekannte..

 

Anna erzählt.pdf
PDF-Dokument [3.5 MB]

In der Festschrift zum 25 jährigen Jubiläum der Kirche St. Anna in Braunfels 1984 lassen die Zurkuhlens Anna erzählen.

PFARRFESTE

Mitten im schönsten Pfarrfesttrubel habe ich mich einmal ausklinken müssen, um in das Marienkrankenhaus in Limburg zu fahren, wo man am nächsten Tag meine Zahnruinen entfernen wollte. War gar nicht so leicht. Habe  mich sehr einsam gefühlt. Kurz vor der Vollnarkose am nächsten Tag mußte ich das Operationsteam noch davon überzeugen, dass mein Gipsbein nichts damit zu tun hätte. 
Und der so tolle Zahnchirurg in Limburg, vom Chefarzt in Braunfels und seiner Frau sooo empfohlen, war auch nicht der Überflieger: ein Tag, nachdem ich meine neuen Zähne hatte, flog ein Teil schon wieder raus. Der Chefarzt hatte auch sehr lange gebracht, um mein gebrochenes Bein mit Hilfe der Unfallklinik in Gießen wieder gesund zu machen. Dafür hat mich jeden Morgen seine Frau, nachdem sie mit dem Hund Gassi war, im Falkeneck besucht. Hat mich immer beim Lesen gestört. Irgendwann nachdem der Chefarzt den "Rosenkranz" aus Antibiotika im täglichen Rhythmus Perle für Perle durch mein linkes Bein gezogen hatte und mir jeden Tag seine Kriegsgeschichten anhören mußte, ging es wieder gut:

Diese Pfarrfeste waren (wie viele waren es denn?) so was von strotzender Gemeindeaktivität - einfach wunderbar. An einem Hammer erinnere ich mich noch: Über dem Sandkasten im Vorhof des Kindergartens wollte der Ortsausschuss einen Tanzboden anbringen; am Tag vor dem Aufbau waren plötzlich zwei Tanzböden da....

 
Was los war, siehst du exemplarisch auf diesem Bild:

Als die Kirchengemeinde Leun zum Tätigkeitsgebiet des Pfarrers von Braunfels/Solms dazukam, war es dann 19 Dörfer besser Stadtteile, die zu versorgen waren. Drei Ordensschwestern waren nach der Pensionierung von Pfarrer Neumann in das Pfarrhaus unter der Kirche gezogen und mit Krankenhausseelsorge, Jugendarbeit und Pfarrseelsorge in Leun betraut.

 

Kaplan, Diakon, Gemeindereferentin, Pfarrer und die drei Ordensschwestern bildeten ein gutes Team. Einmal in der Woche trafen wir uns um 5:30 in Leun mit einem Gottesdienst und Frückstück zur "Dienstbesprechung". Abwechselnd gab jede/r im Gottesdienst einen kleinen Beitrag zur Morgenmeditation. Ich brachte die Brötchen aus der Backstube in der Borngasse mit. 

 

Als die Nonnen an einem heißen Tag in am LahnbahnhofBraunfels angekommen waren, gingen sie zur weit sichtbaren Kirche in Leun. Niemand erwartete sie. Sie setzten sich auf die Stufen. Bis dann die Leute, die vorbei kamen, fragten, ob sie helfen könnten. Die Schwestern saßen vor der Evangelischen Kirche. Das Kirchlein Marä Himmelfahrt stand ziemlich verdeckt am Hang in einem Neubaugebiet aus den 60er Jahren. Die Dernbacher Schwestern waren es gewohnt, dass die Kirchen groß waren. Sie haben dann eine fantastische Arbeit in Leun und Braunfels und Solms gemacht.

 

Zuletzt fuhren 2 VW-Busse, um imer wieder Kinder, Jugendliche und alte Leute zusammen zubringen: für Gottesdienste, Kommunionunterricht und andere Veranstaltungen. Die Busse waren von der Diaspora-Miva des deutschen Bonifatius-Vereins gestiftet worden. Rudi Toscher hat für den Braunfelser Bus ein Fahrer-Team organisiert, das sonntags und bei Bedarf zur Verfügung stand. Oft fuhren Pfarrer und Kaplan selbst. 

 

An verschiedenen Orten dieses Seelsorgegebietes haben wir am Samstagabend in den evangelischen Kirchen Sonntagsgottesdienste angeboten. So waren 5 Gottesdienste am Wochende für mich eigentlich die Regel. Wenn mir dann ein evangelischer Pfarrer am Mittwoch erzählte, er müsse nun mit der Vorbereitung seiner Predigt für den Sonntagsgottesdienst anfangen, habe ich ziemlich dumm geguckt.

 

Und dann kamen noch Trauungen und Taufen und Beerdigungen dazu. Ja, auch Ortsausschüsse, Pfarrgemeinderäte, Verwaltungsräte, Arbeitskreise...

Irgendwann wurden Energie und Motivation dann immer schwächer.

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Gert Linz