Rodgau - jetzt meine Stadt vorne die Gleise der S1 hinten die Mühlstraße in Rodgau-Jügesheim
                                Rodgau - jetzt meine Stadtvorne die Gleise der S1 hinten die Mühlstraße in Rodgau-Jügesheim                                                                                                                                                                                                                      

Artischocke, ein Platz zum Denken

Artischocke - Der Name ist zufällig, regt vielleicht zum Denken. Das Wort arabischen Ursprungs. Anbau von Persien über den Mittelmeerraum, auch Heilpflanze, phantastische Blüte, geschmackvoller Blütenboden, meist stachelig...Pflanze eher rau, robust...

Facebook ist ja eine tolle Sache, eine Gelegenheit mit Menschen in Kontakt zu treten, die man Jahrzehnte nicht getroffen hat. Aber dann posten Leute, die man kennt, irgendwelche vorgekaute  Sprüche aus unbekannten Quellen. Das hat zu meinen Überlegungen geführt. Daran muss man noch feilen, sie ergänzen korrigieren, oder ihnen wiedersprechen -  bei  gertlinz@web.de

Am Finanzamt kommst du nicht vorbei,
dachte ich, und es stimmt - bei mir wenigstens. Wenn nur diese bejubelten Steurflüchtlinge wie Vettel, Schumacher, Rossberg, die Großkonzerne mit Briefkastenfirmen in Steueroasen, die Millionäre, Milliardäre... das auch spüren würden!!!
 
Am Auto kommst du nicht vorbei, dachte ich und es stimmte nicht; nach Weiterstadt zum neuen Arbeitsplatz verlegt, glaubte ich ein Auto zu brauchen, bis am gebraucht gekauften Polo in Messel die Lichtmaschine versagte. Das hat mir gereicht. Dann bin ich die 70 km hin und zurück halt mit dem Rad gefahren, wie zwei Jahre vorher die 50 nach Frankfurt.
An Weihnachten kommst du vorbei, dachte ich, und es stimmt nicht. Die Lebkuchen sind gerade noch frisch. Der Rummel läßt mich dennoch nicht kalt, ich bin wütend. Aber bald beginnt meine Frau mit dem Plätzchen backen. Und der Weihnachtsbaum auf dem Römerberg ist endlich wieder aus Deutschland
Am Plastik kommst du vorbei, dachte ich, und es stimmt noch nicht. Suche Alternativen. Kaufe jetzt nur noch Joghurt im Pfandglas, ersetzt 3 Plastikbecher, Gurken ohne Plastikfolie, Eier beim Bauernhof im kompostierbaren Eierkarton, Einkaufstaschen aus Stoff seit zig Jahren selbstverständlich. Die Kassierin hat mich aber komisch angeschaut, als ihr 2 dicke Tomaten in der von mir mitgebrachten Papiertüte entgegenrauschten. "Die muss ich aber mitwiegen." "Wiegen Sie!"
An dieser bekloppten Pillenwerbung im Fernsehen- gegen Verstopfung, Nacht-Pinkeln, Beklemmung und all so einen Sch ... kommst du vorbei, und es stimmt, wenn du erst kurz vor HEUTE einschaltest, oder ein paar Äppelwoi trinkst, oder gleich zum Arzt gehst, oder jeden Tag 20 km Rad fährst (keine Grippe garantiert) oder..und es stimmt, hätte mich fast das Leben gekostet, weil ich dachte, hab nur Schleim im Hals und nehme Mucosolvan, es war das Herz....
Am Kleingeld kommst du nicht vorbei, denke ich, es stimmt. Es erzählt dir so viel über Europa. Es füttert dein Sparschwein. Ich hasse Kartenzahlung. Ich zahle nur in Scheinen, damit ich viele Münzen bekomme. Ich drehe jede Münze um. Kleinvieh macht auch Mist. Und wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Euro nicht wert. - November 2017

HEIMATSUCHE

AUFGELESEN

am LKW-Anhänger einer Spedition aus Mannheim auf der A3 und erweitert:

In Europe zuhause

in Deutschland daheim,

 ERWEITERT

auf vielen Plätzen unterwegs

Raststätte jetzt: Rodgau

Robert Menasse meint:

Heimat ist Region.

Nation ist Fiktion.

Wo ist denn nun meine Heimat? Ich weiß es nicht. Frankfurt, wo ich 20 Jahre gelebt habe und nur noch den Schorsch, den Kurt und meine Kusine Hannelore kenne. Andere sind schon tot oder vor Jahren weggezogen. Auch eine Kusine Hirz, geb. Linz soll es da noch geben, hat mir die Ilse erzählt? Diese Kusine ist für mich so weit weg wie damals nach dem Krieg die Kusine meines Vaters Anna-May in Arizona! Nein, diese Kusine hat uns nach dem Krieg immer wieder Pakete geschickt. Mit meinem bisschen Englisch habe ich ihr Briefe geschrieben, und einmal haben wir ihren Mann, Admiral in der Panamazone, sogar vor einem MP bewachten Militärzug auf einen Bahnsteig im Frankfurter Hauptbahnhof getroffen. Wir fühlten uns so klein aber wohl! - Oder Rodgau, wo ich jetzt seit 30 Jahren lebe; und kaum mehr als 20 Nachbarn oberflächlich kenne? Über 3 von ihnen ärgere ich mich regelmässig. Das würde allerdings für Heimat sprechen. Sagen wir lieber Raststätte. -  Manchmal denke ich: vielleicht Lahnstein - oder Nievern - oder Braunfels? Nein, die Beziehungen sind schon lange eingeschlafen! - Aber, so viele schöne Erinnerungen sind geblieben. Heimatsuche misslungen!  - Oktober 2017

STRENGGLÄUBIG

Seit Tagen geht mir das Wort STRENGGLÄUBIG durch den Kopf, irgendwo gelesen. Strenggläubig war ich nie. Dafür habe ich zu oft meine Augen aufgemacht und mein Gehirn aktiviert. Es ist ganz einfach, strenggläubig zu sein. Man lässt andere für sich denken, hat schnell eine Antwort auf viele Fragen. Da gibt es diese Instanz, die die Antworten vorgestanzt hat; ich brauche die Antworten nur abrufen. Sogar bestimmte Schubladen sind vorbereitet, in die man die verschiedenen Erfahrungen schieben kann. Ich glaube nicht, dass die Strenggläubigen dumm sind, sie sind faul, zu faul; lassen die "Instanzen" für sich denken ohne selbst aufmerksam zu werden. Die Instanzen: Kirche, ein machtgieriger Scheich oder Prediger, Dämonenglauben, die missbrauchte Bibel und der missbrauchte Koran. Im Kommunismus war es der missbrauchte Karl Marx. Bei den Hexenverfolgungen war es das "Geschrey des Pöbels", gesteuert von versauten Theologen. In den 30er Jahren in Deutschland war es die hoffnungslose Masse die Hitler an die Macht brachte. Als ich meinen Vater einmal fragte, wie das beim Beginn der Nazis in Frankfurt-Nied war, sagte er: " Es warn die größte Plattmächer die zuerst in Uniform und mit dem Hitlergruß durch die Straßen marschiert sind." In vielen Beiträgen hier auf facebook finde ich so viele Arten der Strenggläubigkeit, des "eigengedankenlosen" Weiterleitens... - Ich würde hier bei facebook gerne eine eigene Gruppe aufmachen, in der wir diese Gedanken korrigieren und weiterspinnen.
Diese Artischockenblüte habe ich gestern im Apothekergarten im ehemaligen Kloster Seligenstadt fotografiert. Die Biene, die sich da durcharbeitet, hat es nicht leicht - genau wie wir, wenn wir nicht strenggläubig sein wollen - und alles glauben, alles hinnehmen, alles nachschwätzen, alles weiterleiten, ....

bei facebook veröffentlicht am 28. JUli 2016 um 19:15.
Am Waldrand - und doch vernichtet - nicht ganz

Chancenlos?

 

Fotografiert habe ich ihn, weil aus dem Stumpf etwas gewachsen ist - nicht wegen der schönen Beleuchtung. Die Kiefer war gut gestanden, zwei Meter vor dem Waldrand, gutes Licht - und doch hat man sie gefällt. Nicht wie die vielen alten Bäume an diesem Waldrand, die aus Altersschwäche gestorben, überall im Wald herumfaulen und vielen Pflanzen und Tierchen zum Leben dienen. Deser Stumpf trotzt der Säge. Ich gehe näher dran, schaue von oben und sehe, dass er hohl ist: das war der Grund fürs frühe Fällen - und das ist Grund fürs neue Keimen und Wachsen der kleinen lebendigenTriebe aus seine Mitte.

Es gibt kein endgültiges Fällen, Fallen, Vermodern, Sterben, es gibt nur Leben.

Lästig

Sie gab aber auch keine Ruhe: immer wieder landete sie auf meinen Händen, auf dem Kopf, auf der Nase, am Arm. Sie war mir so lästig, dass ich sie getötet habe, mit einem Stein platt gemacht. Ich schaue sie an - das bin ich ihr schuldig. Und gleich kommt Reue auf. Dieses wunderbare Geschöpf. Sie liegt auf dem Rücken, die Flügel weggestreckt. Ich, der ich keine toten Tiere esse, habe eine Stubenfliege getötet, weil sie mir lästig war. Und nun ist schon wieder eine da.

Was ist da eientlich so lästig dran? Sie kitzelt nicht, kratzt nicht, ja, ab und zu kreuzt sie deinen Blick. Sie ist kaum zu hören, auf der Haut spürst du einen ganz leichten Druck. Ist das eine Lästigkeit, so ein wunderbares Tier zu töten?

Lästig - Da gibt es andere Kategorien: Der Drängler, der auf der Autobahnauffahrt 3 m hinter dir auffährt - Lästig, das kommt doch von Last. Du bist mir eine Last. Ich soll eine Last tragen, die mir ein anderer ohne meine Zustimmung aufbürdet. Du nötigst mich. - Das gefällst mir nicht. Du regst mich auf. 

Lästig, ja mehr als lästig, peinigend, lebensbedrohend ist derBahnlärm im Mittelrheintal.

Lästig ist, dass die Werbung für Autos immer aufdringlicher und lügenhafter wird. Ist das nicht schon ein Aufruf zum Mord: Jeden Tag Tote, immer mehr Autos, immer mehr Autobahnen, immer mehr Raser, immer Gaffer, immer mehr Rettungsgassenverstopfer, immer mehr....

Lästig, wenn nicht tötlich ist es, dass keiner mehr von einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen redet. 

Lästig, nein unfassbar ist es, wenn junge Männer "Allah ist groß"- Allahu Akbar (Arabic: الله أكبر) - rufen und zahllose Menschen töten. Was tut ihr Eurem Allah an! Ist das nicht auch unser Gott?

Lästig ist es, wenn ich auf facebook auf meine Frage an Freidenkerkollektiv, wer sie denn seien, die Antwort bekomme: Dein Gott ist nicht mein Gott.

 

Lästig ist der Verzicht aufs Nachdenken, Informieren und Eigene Meinung.

Lästig ist auch nur ein Klicken auf wieder eine neue Trump-Meldung in den Medien - es ist mehr: es ist beängstigend.

 

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© Gert Linz